Der richtige Umgang mit Hundewelpen
Welpe eingezogen? So gelingt der Start: Ernährung, Erziehung, Sozialisierung, Trennungsangst und Sicherheit liebevoll und richtig gemeistert.
Ein Welpe zieht bei dir ein und plötzlich dreht sich alles um die kleine Fellnase. Wie du deinen Hund in den ersten Wochen und Monaten begleitest, prägt ihn fürs ganze Leben. In diesem Ratgeber findest du das Wichtigste rund um Ernährung, Erziehung, Sozialisierung und Gesundheit, damit aus deinem Welpen ein gesunder, ausgeglichener und gut erzogener Begleiter wird.
Die richtige Ernährung für deinen Welpen
In der Wachstumsphase braucht dein Welpe besonders viel Energie und die richtigen Nährstoffe. Eine durchdachte Fütterung legt das Fundament für einen gesunden Körper und ein starkes Immunsystem.
Setze auf hochwertiges Welpenfutter. Ein gutes Futter liefert die Nährstoffe, die dein Welpe zum Wachsen braucht: ausreichend Proteine für den Muskelaufbau, Fette als Energiequelle sowie Vitamine und Mineralstoffe für Knochen, Zähne und Stoffwechsel. Achte darauf, dass das Futter speziell auf Welpen abgestimmt ist, denn ihr Bedarf unterscheidet sich deutlich von dem ausgewachsener Hunde. Worauf es bei der Ernährung für Welpen im Detail ankommt, liest du in unserem ausführlichen Ratgeber.
Passe die Portionsgröße an. Wie viel dein Welpe fressen sollte, hängt von Alter, Gewicht und Rasse ab. Orientiere dich an den Empfehlungen und beobachte gleichzeitig die Figur deines Hundes, damit er weder zu dünn noch zu kräftig wird. Eine grobe Faustregel für die Mahlzeiten pro Tag:
- 8 bis 12 Wochen: vier Mahlzeiten täglich
- 3 bis 6 Monate: drei Mahlzeiten täglich
- 6 bis 12 Monate: zwei Mahlzeiten täglich
Halte feste Fütterungszeiten ein. Regelmäßige Mahlzeiten zu festen Uhrzeiten geben deinem Welpen Struktur und unterstützen eine geregelte Verdauung. Dieser Rhythmus hilft außerdem enorm beim Stubenrein-Werden, weil du dann gut einschätzen kannst, wann dein Welpe nach draußen muss.
Grundlagen der Welpenerziehung
Mit der Erziehung kannst du direkt loslegen, sobald dein Welpe bei dir eingezogen ist. Junge Hunde lernen schnell, brauchen aber liebevolle Anleitung und vor allem Wiederholung. Einen kompletten Fahrplan für die ersten Monate findest du in unserem Leitfaden, wie du einen Welpen richtig erziehst.
Stubenreinheit braucht Geduld und Konsequenz. Bringe deinen Welpen nach dem Fressen, nach dem Schlafen und nach dem Spielen regelmäßig nach draußen. Löst er sich an der richtigen Stelle, lobe ihn ausgiebig. Unfälle in der Wohnung gehören am Anfang dazu und sind kein Grund zum Schimpfen, sondern ein Zeichen, dass du die Pausen noch etwas enger takten solltest.
Gewöhne ihn früh an die Leine. Damit gemeinsame Spaziergänge entspannt verlaufen, lohnt es sich, das Gehen an der Leine schon früh und in kleinen Schritten zu üben. So lernt dein Welpe, dass die Leine etwas Selbstverständliches und nichts Bedrohliches ist.
Übe die Grundkommandos. Sitz, Bleib und Platz bilden das Fundament jeder weiteren Erziehung, das du im Hundetraining Schritt für Schritt aufbaust. Arbeite dabei mit positiver Bestärkung: Belohne erwünschtes Verhalten mit Lob, Streicheln oder einem Leckerli. Dein Welpe verknüpft das Kommando dann mit etwas Schönem und führt es immer zuverlässiger aus. Halte die Übungseinheiten kurz, denn die Aufmerksamkeitsspanne eines Welpen ist begrenzt.
Sozialisierung: das wichtige Zeitfenster nutzen
Die Sozialisierungsphase ist eine der prägendsten Zeiten im Leben deines Hundes. Was dein Welpe jetzt kennenlernt und als normal abspeichert, beeinflusst sein Verhalten als erwachsener Hund maßgeblich. Man geht davon aus, dass sich bis zu 80 Prozent der Nervenverbindungen in dieser Phase ausbilden, weshalb du dieses Zeitfenster bewusst nutzen solltest.
So gelingt eine gute Sozialisierung:
- Kontrollierte Hundekontakte: Lass deinen Welpen früh andere Hunde treffen, aber in ruhigen, kontrollierten Situationen.
- Hundewiesen anfangs meiden: Große, unübersichtliche Hundewiesen können einen jungen Welpen schnell überfordern. Beginne lieber mit überschaubaren Begegnungen.
- Welpengruppen besuchen: In einer Welpengruppe lernt dein Hund auf spielerische Weise, mit Artgenossen umzugehen, und entwickelt soziale Kompetenz.
Wichtig ist, dass die Erfahrungen positiv sind. Überfordernde oder beängstigende Erlebnisse können sich genauso einprägen wie schöne. Setze deinen Welpen daher behutsam neuen Reizen aus und gib ihm Zeit, sie zu verarbeiten. Wie die Sozialisierung von Welpen Schritt für Schritt gelingt, zeigen wir dir in einem eigenen Ratgeber.
Tipps für die Mehrhundehaltung
Soll dein Welpe in einen Haushalt mit weiteren Hunden einziehen, kannst du das Zusammenleben von Anfang an erleichtern, indem du das erste Kennenlernen gut vorbereitest. Ähnliche Regeln gelten, wenn du deinen Hund an andere Haustiere gewöhnen möchtest.
- Neutraler Boden: Lass die Hunde sich zum ersten Mal auf neutralem Gebiet begegnen, nicht im Revier des bereits vorhandenen Hundes.
- Erste Begegnungen begleiten: Beaufsichtige die ersten Treffen, damit du bei Bedarf ruhig eingreifen kannst.
- Getrennt füttern: Gib den Hunden ihr Futter an getrennten Plätzen, um Futterneid und Konflikte zu vermeiden.
- Gleichbehandlung: Behandle deine Hunde gleichmäßig und konsequent, damit keiner sich benachteiligt fühlt und Eifersucht gar nicht erst entsteht.
Mit Geduld und klaren Regeln wächst aus den Tieren mit der Zeit ein eingespieltes Rudel.
Umgang mit Trennungsangst
Viele Hunde tun sich schwer damit, allein zu bleiben. Damit dein Welpe lernt, dass Alleinsein nichts Schlimmes ist, solltest du das Thema frühzeitig und in kleinen Schritten angehen, etwa ab der 14. bis 15. Lebenswoche.
So übst du das Alleinbleiben:
- Beginne mit ganz kurzen Abwesenheiten und steigere die Dauer langsam.
- Biete deinem Welpen während deiner Abwesenheit eine sinnvolle Beschäftigung an, zum Beispiel ein Spielzeug, an dem er knobeln kann.
- Schleiche dich niemals heimlich aus der Wohnung. Verabschiede dich ruhig und immer auf die gleiche Weise, damit dein Hund Sicherheit gewinnt.
Halte deine Begrüßungen und Verabschiedungen bewusst gelassen, damit das Kommen und Gehen für deinen Welpen zur Selbstverständlichkeit wird. Zeigt dein Hund trotz behutsamen Trainings starke Angst, wenn er allein ist, hol dir professionelle Unterstützung. Eine ausgeprägte Trennungsangst lässt sich mit Geduld und fachkundiger Begleitung in den Griff bekommen.
Die Pubertät beim Hund
Irgendwann kommt der Punkt, an dem dein vermeintlich gut erzogener Welpe plötzlich selektiv schwerhörig wird. Willkommen in der Pubertät. In dieser Phase kann es passieren, dass bereits gelernte Kommandos auf einmal ignoriert werden und dein Hund seine Grenzen austestet.
Das Wichtigste jetzt: Bleib dran und bleib ruhig. Halte an deinen Regeln und am gewohnten Training fest, auch wenn dein Hund sich störrisch zeigt. Begegne ihm dabei geduldig und liebevoll, denn die Pubertät ist eine vorübergehende Phase. Wenn du konsequent bleibst, findet ihr beide gemeinsam wieder zurück in die gewohnte Routine.
Sicherheit und Gesundheit
Ein Welpe entdeckt seine Welt mit der Nase und dem Maul, und das kann gefährlich werden. Sorge deshalb von Anfang an für eine sichere Umgebung und eine gute medizinische Vorsorge.
Mach dein Zuhause welpensicher. Entferne giftige Pflanzen aus der Reichweite deines Hundes und sichere Stromkabel, an denen er knabbern könnte. Räume Kleinteile und alles, was verschluckt werden kann, außer Reichweite. Eine ausführliche Checkliste für mehr Hundesicherheit im Haushalt hilft dir, keine Gefahrenquelle zu übersehen.
Geh regelmäßig zum Tierarzt. Routineuntersuchungen helfen, die Gesundheit deines Welpen im Blick zu behalten und Probleme früh zu erkennen. Wann ein Besuch bei der Hundegesundheit wirklich nötig ist, erklären wir dir gesondert. Zur Vorsorge gehören:
- Impfungen gegen wichtige Krankheiten wie Staupe, Parvovirose und Tollwut
- Entwurmung in regelmäßigen Abständen
- Floh- und Parasitenschutz, um Befall vorzubeugen
Sprich mit deinem Tierarzt über einen passenden Impf- und Vorsorgeplan, der zu Alter und Lebenssituation deines Welpen passt.
Fazit
Der richtige Umgang mit deinem Welpen ist keine Hexerei, sondern eine Frage von Geduld, Konsequenz und Liebe. Wenn du auf eine gute Ernährung achtest, früh mit der Erziehung beginnst, die Sozialisierungsphase bewusst nutzt und für Sicherheit und Gesundheit sorgst, legst du den Grundstein für ein langes, glückliches Hundeleben. Jeder Welpe hat sein eigenes Tempo, also gönne deinem kleinen Begleiter und dir selbst die Zeit, die ihr braucht.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft sollte ich meinen Welpen am Tag füttern? Anfangs solltest du deinen Welpen drei- bis viermal täglich füttern. Mit zunehmendem Alter reduzierst du die Mahlzeiten, etwa ab dem sechsten Monat auf zweimal täglich. Feste Fütterungszeiten geben deinem Welpen dabei zusätzlich Struktur.
Wann sollte ich mit der Erziehung beginnen? Am besten startest du direkt, sobald dein Welpe bei dir eingezogen ist. Junge Hunde lernen schnell, und früh etablierte Regeln und Routinen erleichtern euch beiden das Zusammenleben.
Wie werde ich meinen Welpen stubenrein? Bring deinen Welpen regelmäßig nach draußen, vor allem nach dem Fressen, nach dem Schlafen und nach dem Spielen. Löst er sich draußen, lobe ihn sofort. Mit positiver Bestärkung, Geduld und festem Rhythmus klappt die Stubenreinheit Schritt für Schritt.
Wie sozialisiere ich meinen Welpen richtig? Setze deinen Welpen früh und immer wieder verschiedenen Hunden, Menschen und Umgebungen aus, aber in kontrollierten, ruhigen Situationen. Welpengruppen sind ideal, um spielerisch soziale Kompetenz zu lernen. Achte darauf, dass die Erfahrungen positiv bleiben.
Was hilft gegen Trennungsangst? Gewöhne deinen Welpen schrittweise ans Alleinsein, beginnend mit ganz kurzen Abwesenheiten, die du langsam steigerst. Beschäftigungsspielzeug und feste Abschiedsrituale geben Sicherheit. Schleiche dich nie heimlich davon. Bei starker Angst hilft professionelle Unterstützung.
Welche Impfungen sind für meinen Welpen wichtig? Zu den wichtigen Impfungen zählen unter anderem Staupe, Parvovirose, Hepatitis und Tollwut. Sprich mit deinem Tierarzt über einen individuellen Impfplan, der zu deinem Welpen passt.
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