Fellpflege für verschiedene Hunderassen
So pflegst du das Fell deines Hundes richtig: kurzhaarig, langhaarig, Rauhaar oder Locken. Praktische Tipps für gesundes Fell je nach Felltyp.
Jede Hunderasse bringt ihren eigenen Felltyp mit, der ursprünglich an bestimmte Umweltbedingungen angepasst war. Genau deshalb gibt es bei der Fellpflege keine Pauschallösung: Was bei deinem kurzhaarigen Hund passt, kann bei einem Lockenkopf zu Problemen führen. In diesem Ratgeber erfährst du, wie du das Fell deines Hundes je nach Typ richtig pflegst und worauf es dabei wirklich ankommt.
Warum Fellpflege so wichtig ist
Ein gesundes Fell ist nicht nur ein Zeichen dafür, dass es deinem Hund gut geht, es trägt auch aktiv zu seiner Gesundheit bei. Wenn du regelmäßig bürstest, entfernst du abgestorbene Haare und Hautschuppen. Die Haut kann besser atmen, und du beugst Infektionen vor.
Dazu kommt ein zweiter, oft unterschätzter Effekt: Die gemeinsame Pflegeroutine stärkt das Vertrauen zwischen dir und deinem Hund. Viele Hunde genießen das Bürsten regelrecht, sobald sie es als festen, ruhigen Moment kennen. Und ganz nebenbei merkst du beim Bürsten schnell, wenn sich Parasiten wie Zecken oder Flöhe eingenistet haben oder wenn sich an der Haut etwas verändert. Worauf du sonst noch achten solltest, zeigt dir unser Überblick zu den häufigsten Hundekrankheiten.
Kurz gesagt: Fellpflege ist mehr als Optik. Sie ist Vorsorge, Gesundheitscheck und Beziehungspflege in einem.
Kurzhaarige Hunde
Kurzhaarige Rassen gelten als pflegeleicht, ganz ohne Pflege kommen sie aber nicht aus. Wichtig ist hier vor allem die richtige Bürste:
- Greif zu einer weichen Bürste mit Naturborsten und verzichte auf zu harte Bürsten, die die Haut reizen können.
- Bürste deinen Hund mindestens einmal pro Woche, im Fellwechsel ruhig häufiger.
- Im Sommer solltest du auf zu häufiges Baden verzichten. Ein feuchtes Tuch reicht oft völlig aus, um Schmutz zu entfernen, ohne die natürliche Schutzschicht der Haut auszutrocknen.
Mit dieser Routine bleibt das kurze Fell glänzend, und du hältst losen Haaren in der Wohnung in Grenzen.
Langhaarige Hunde
Bei langhaarigen Rassen wie dem Golden Retriever, der auch zu den besten Hunderassen für Familien zählt, steigt der Aufwand spürbar. Hier ist tägliches Bürsten der Schlüssel, denn nur so verhinderst du Verfilzungen. Besonders kritisch sind die typischen Problemzonen:
- die Rute
- der Halsbereich
- der Bauch
- die Partie hinter den Ohren
An diesen Stellen verknotet sich das Fell besonders schnell. Hilfreich sind Entwirrungssprays sowie spezielle Shampoos und Conditioner, die das Haar geschmeidig halten und das Durchkämmen erleichtern.
Im Winter ist zusätzliche Sorgfalt gefragt: Trockne deinen Hund nach Spaziergängen gründlich ab, damit Nässe nicht in das dichte Fell zieht. Regelmäßige Besuche beim Hundefriseur helfen dir, das lange Fell dauerhaft in Form zu halten.
Rauhaar und Trimm-Fell
Rauhaarige Hunde haben eine Besonderheit, die viele Halter unterschätzen: Das abgestorbene Deckhaar fällt nicht von alleine aus. Es muss von Hand ausgezupft, also getrimmt werden.
Worauf du achten solltest:
- Trimme das Fell etwa alle drei Monate, im Frühjahr und Herbst während des Fellwechsels häufiger.
- Schere oder rasiere dieses Fell niemals. Dadurch verliert es seine typische, raue Struktur und wird weicher, was nicht im Sinne des Felltyps ist.
Das Trimmen kannst du dir zeigen lassen oder von einem erfahrenen Hundefriseur übernehmen lassen, wenn du dir unsicher bist. Wie du den passenden Profi findest, erklärt unser Ratgeber zur Auswahl des Hundefriseurs. Mit etwas Übung lässt sich das Auszupfen aber auch gut selbst erledigen.
Lockiges Fell
Hunde mit lockigem Fell brauchen eine besonders aufmerksame Pflege, weil sich Verfilzungen hier oft im Verborgenen bilden. Deshalb solltest du das Fell Abschnitt für Abschnitt durchbürsten, statt nur oberflächlich über die obere Schicht zu fahren.
Weitere Punkte, die bei Locken wichtig sind:
- Etwa alle zwei Monate sollte das Fell gekürzt werden. Trimmen ist dabei dem Scheren vorzuziehen.
- Regelmäßige Termine beim Hundefriseur sind sinnvoll, um die Lockenstruktur sauber und gepflegt zu halten.
- Bei manchen Lockenrassen ist es nötig, die Haare in den Ohren zu entfernen, um Entzündungen vorzubeugen.
So bleibt das lockige Fell luftig, sauber und frei von schmerzhaften Knoten.
Ernährung und Hausmittel für gesundes Fell
Schönes Fell beginnt nicht erst bei der Bürste, sondern im Napf. Bestimmte Nährstoffe unterstützen Haut und Haar von innen heraus. Dazu gehören:
- hochwertige Proteine
- Probiotika
- Zink und Kupfer
- Vitamin C
- Linolsäure
- Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
Als natürliche Hausmittel kannst du das Futter mit gesunden Ölen ergänzen. Bewährt haben sich Lachsöl, Leinöl und Kokosöl, die wertvolle Fettsäuren liefern und das Fell von innen geschmeidig halten können.
Mehr dazu liest du in unseren Ernährungstipps für Hunde. Wenn dein Hund über die Nahrung nicht alle Nährstoffe abdeckt, kann ein ergänzendes Futtermittel sinnvoll sein. Sprich solche Themen am besten mit deinem Tierarzt ab, um den tatsächlichen Bedarf deines Hundes einzuschätzen.
Die richtige Ausrüstung
Mit dem passenden Werkzeug fällt die Fellpflege deutlich leichter. Diese Grundausstattung deckt die meisten Felltypen ab:
- Bürsten und Kämme: Zupfbürste, Pin-Bürste und ein Flohkamm gehören zur Basisausstattung.
- Shampoos und Pflege: ein mildes Shampoo, bei Bedarf ein Antiparasiten-Shampoo sowie ein feuchtigkeitsspendender Conditioner.
- Elektrische Helfer: Schermaschine, Trimmer und Föhn, je nachdem, welchen Felltyp dein Hund hat.
Du brauchst nicht alles auf einmal. Stell dir die Ausrüstung passend zum Felltyp deines Hundes zusammen, dann pflegst du gezielt und vermeidest unnötige Anschaffungen.
Fazit
Die richtige Fellpflege richtet sich immer nach dem Felltyp deines Hundes. Kurzhaarige Rassen kommen mit wöchentlichem Bürsten gut aus, langhaarige Hunde brauchen tägliche Aufmerksamkeit, Rauhaar muss getrimmt statt geschoren werden, und Locken verlangen sorgfältiges Durchbürsten in Abschnitten. Ergänzt du das Ganze durch eine nährstoffreiche Ernährung und passende Ausrüstung, legst du den Grundstein für gesundes, glänzendes Fell und nutzt die Pflegezeit gleich als wertvollen Moment der Bindung mit deinem Hund.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Fellpflege beim Hund so wichtig? Regelmäßige Fellpflege beugt Hautproblemen vor, weil abgestorbene Haare und Schuppen entfernt werden und die Haut atmen kann. Außerdem entdeckst du beim Bürsten frühzeitig Parasiten oder Hautveränderungen, und die gemeinsame Routine stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Hund.
Wie oft sollte ich einen kurzhaarigen Hund bürsten? In der Regel reicht ein- bis zweimal pro Woche. Während des Fellwechsels darfst du ruhig häufiger zur Bürste greifen, weil dann mehr lose Haare anfallen.
Welche Bürste eignet sich für langhaarige Hunde? Bei langem Fell helfen Entwirrungskämme und weiche Bürsten am besten. Sie lösen Knoten, ohne an der Haut zu ziehen, und halten das Fell geschmeidig.
Was bedeutet Trimm-Fell oder Rauhaar? Beim Rauhaar fällt das abgestorbene Deckhaar nicht von selbst aus, sondern muss von Hand ausgezupft werden. Dieses Trimmen steht etwa alle drei Monate an, im Fellwechsel häufiger. Geschoren oder rasiert werden sollte solches Fell nicht.
Welche Pflegeprodukte brauchen Hunde mit lockigem Fell? Bei Locken sind spezielle Shampoos, Conditioner und Entwirrungssprays hilfreich. Zusätzlich sind regelmäßige Besuche beim Hundefriseur sinnvoll, um die Lockenstruktur sauber und verfilzungsfrei zu halten.
Welche Nährstoffe unterstützen ein gesundes Fell? Wichtig sind unter anderem hochwertige Proteine, Probiotika, Zink, Kupfer, Vitamin C, Linolsäure sowie Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Auch Öle wie Lachsöl, Leinöl oder Kokosöl können das Fell von innen unterstützen.
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