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Was fressen Kaninchen? Futterliste mit erlaubtem und verbotenem Futter

Was fressen Kaninchen wirklich gesund? Die komplette Futterliste mit erlaubtem Gemuese, Kraeutern, Obst und einer klaren Liste verbotener Lebensmittel.

Redaktion clever-haustiere Aktualisiert 14. Juni 2026 8 Min
Gesundheitshinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei akuten Beschwerden oder im Zweifel wende dich bitte an deine Tierarztpraxis.

Wenn du dich fragst, was Kaninchen fressen duerfen, bist du hier genau richtig. Die Ernährung entscheidet bei Kaninchen mehr über Gesundheit und Lebenserwartung als fast alles andere. Denn der Verdauungstrakt deiner Tiere ist auf ein ganz bestimmtes Prinzip ausgelegt: viel rohfaserreiches Futter, das den ganzen Tag über in kleinen Portionen aufgenommen wird. In diesem Ratgeber bekommst du eine klare Futterliste mit erlaubtem und verbotenem Futter, damit du im Alltag nie wieder raten musst.

Wie der Kaninchen-Magen funktioniert

Kaninchen haben einen sogenannten Stopfmagen. Das bedeutet, dass die Nahrung nicht durch Muskelbewegungen weitertransportiert wird, sondern durch das Nachschieben von frisch gefressenem Futter. Deshalb müssen Kaninchen praktisch rund um die Uhr Zugang zu Futter haben, vor allem zu Heu. Lange Fresspausen können die Verdauung ins Stocken bringen, was schnell gefaehrlich wird.

Daraus ergibt sich die wichtigste Grundregel: Die Basis der Ernährung sind Heu und frische Wiesen- oder Gruenpflanzen, nicht Trockenfutter aus dem Beutel. Kraftfutter, Leckerlis und Obst sind nur kleine Ergaenzungen. Wie die Ernährung in eine insgesamt artgerechte Kaninchenhaltung und ein passendes Kaninchengehege eingebettet ist, liest du in den jeweiligen Ratgebern.

Heu, Wasser und Wiese: die Grundlage

Heu ist das wichtigste Futtermittel ueberhaupt und sollte deinen Tieren immer in guter Qualitaet zur Verfuegung stehen. Es liefert die noetige Rohfaser, hält die Verdauung in Bewegung und sorgt durch das lange Kauen für den natürlichen Abrieb der staendig nachwachsenden Zaehne.

  • Heu: unbegrenzt, immer frisch und trocken, am besten aromatisch und nicht staubig.
  • Wasser: täglich frisch, am besten im Napf statt in der Nippeltraenke, da Kaninchen daraus natürlicher trinken.
  • Frische Wiese und Gras: sehr wertvoll, aber langsam angewoehnen, damit sich der Darm an das frische Gruen gewoehnen kann.

Wenn du Wiese pfluekst, achte darauf, dass sie nicht an stark befahrenen Strassen, an Hundewegen oder auf gespritzten Flächen waechst.

Erlaubtes Gemuese und Blattgruen

Frisches Gemuese und Blattgruen bilden nach dem Heu den zweiten großen Baustein. Gut vertraeglich und als tägliche Frischfuttergabe geeignet sind unter anderem:

  • Blattgemuese wie Romana-Salat, Feldsalat, Endivie und Pflueksalat
  • Kraeuter wie Petersilie, Dill, Basilikum, Koriander und Melisse
  • Moehren samt Moehrengruen (die Wurzel eher in Massen wegen des Zuckers)
  • Fenchel, Staudensellerie und Sellerieblaetter
  • Paprika (ohne Strunk und Kerngehaeuse)
  • Gurke und Zucchini in Massen
  • Kohlrabi samt Blaettern, langsam angewoehnt

Kohlsorten wie Brokkoli, Grünkohl oder Wirsing duerfen gefüttert werden, sollten aber vorsichtig und in kleinen Mengen eingefuehrt werden, da sie bei mancher Kaninchen blaehend wirken können. Beobachte deine Tiere und steigere die Menge nur langsam.

Kraeuter und Wildpflanzen

Viele Wildkraeuter sind bei Kaninchen sehr beliebt und liefern Abwechslung. Gut geeignet sind zum Beispiel Loewenzahn, Spitzwegerich, Breitwegerich, Brennnessel (angewelkt), Gaensebluemchen und Schafgarbe. Auch hier gilt: nur an sauberen, ungespritzten Stellen sammeln und im Zweifel lieber eine Pflanze stehen lassen, die du nicht sicher bestimmen kannst.

Obst: nur als Leckerli

Obst schmeckt den meisten Kaninchen sehr gut, enthält aber viel Zucker. Deshalb gehört es nicht in den täglichen Speiseplan, sondern ist ein gelegentliches Extra in kleinen Stuecken. Geeignet sind in Massen:

  • Apfel (ohne Kerngehaeuse)
  • Birne
  • Erdbeere
  • Banane (nur sehr kleine Mengen, sehr zuckerreich)
  • Beeren wie Himbeere oder Heidelbeere

Sieh Obst als Belohnung, nicht als Mahlzeit. Eine kleine Stueckchengabe ein paar Mal pro Woche reicht voellig aus.

Verbotenes Futter: das duerfen Kaninchen nicht fressen

Manche Lebensmittel sind für Kaninchen unvertraeglich, ungesund oder sogar giftig. Die folgenden Dinge gehören nicht in den Napf:

  • Brot, Kekse, Nudeln und andere staerkereiche Backwaren belasten die empfindliche Verdauung.
  • Suessigkeiten, Schokolade und alles Zuckerhaltige sind tabu.
  • Avocado gilt als giftig für viele Heimtiere.
  • Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch können die Verdauung und die Blutbildung schaedigen.
  • Rohe Bohnen und rohe Kartoffeln sowie gruene Tomatenanteile sind unvertraeglich.
  • Joghurtdrops und andere Milchprodukte passen nicht zur pflanzlichen Verdauung des Kaninchens.
  • Fleisch, Wurst, Eier und Tierprodukte gehören grundsaetzlich nicht auf den Speiseplan.
  • Viele Zimmer- und Gartenpflanzen wie Efeu, Eibe oder Oleander sind giftig.

Auch viele handelsuebliche Knabberstangen mit Honig, Zucker oder Getreide sind kritisch zu sehen, auch wenn sie im Handel als Kaninchenfutter verkauft werden. Im Zweifel verzichtest du besser darauf.

Trockenfutter und Pellets richtig einordnen

Fertiges Trockenfutter und Pellets sind oft sehr energiereich und können, wenn sie in großen Mengen gegeben werden, zu Uebergewicht und Verdauungsproblemen fuehren. Sie ersetzen niemals Heu und frisches Gruenfutter. Wenn du ueberhaupt Trockenfutter geben moechtest, waehlst du am besten ein rohfaserreiches Produkt ohne Zuckerzusaetze und gibst nur eine kleine Menge. Die Hauptsache bleibt immer Heu und Frischfutter.

Frischfutter langsam und vielfaeltig anbieten

Eine abrupte Futterumstellung kann den empfindlichen Darm durcheinanderbringen. Fuehre neue Gemuesesorten oder frische Wiese deshalb immer schrittweise ein und beobachte, wie deine Tiere reagieren. Bleibt der Kot normal geformt und fressen die Kaninchen mit Appetit, kannst du die Menge langsam steigern.

Setze auf Vielfalt: Eine bunte Mischung aus mehreren Blattgemuese- und Kraeutersorten pro Tag ist gesuender als immer dasselbe. So bekommen deine Kaninchen ein breites Spektrum an Naehrstoffen und es bleibt spannend. Lebst du noch mit weiteren Kleintieren zusammen, hilft ein Blick darauf, was Meerschweinchen fressen und was Wellensittiche fressen, denn jede Art hat eigene Futterregeln.

Ein wichtiges Warnsignal solltest du immer ernst nehmen: Wenn ein Kaninchen ploetzlich nichts mehr frisst, keinen Kot mehr absetzt oder teilnahmslos in der Ecke sitzt, ist das ein Notfall. Hier zaehlt jede Stunde, und du solltest zeitnah eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Fazit

Was Kaninchen fressen duerfen, lässt sich auf eine einfache Formel bringen: viel Heu, dazu reichlich frisches Blattgruen, Gemuese und Wildkraeuter, etwas Obst als seltenes Leckerli und Wasser immer frisch. Trockenfutter, Brot und zuckerhaltige Snacks gehören dagegen nur in sehr kleinen Mengen oder gar nicht in den Napf. Wenn du neue Futtersorten langsam einfuehrst, auf Abwechslung achtest und die verbotene Liste im Kopf behaeltst, schaffst du die beste Grundlage für gesunde, aktive Tiere.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte ich meine Kaninchen füttern? Kaninchen sollten praktisch immer Zugang zu Heu haben, da sie über den ganzen Tag verteilt in vielen kleinen Portionen fressen. Frisches Gemuese und Gruenfutter gibst du am besten zwei- bis dreimal täglich in frischen Gaben.

Duerfen Kaninchen jeden Tag Moehren fressen? Moehren sind beliebt, enthalten aber relativ viel Zucker. Das Moehrengruen darf gerne täglich auf den Speiseplan, die Wurzel selbst gibst du besser nur in Massen und nicht in großen Mengen.

Reicht Trockenfutter als Hauptnahrung aus? Nein. Trockenfutter ist energiereich und liefert nicht die noetige Rohfaser für eine gesunde Verdauung und den Zahnabrieb. Die Grundlage bleiben immer Heu und frisches Gruenfutter, Trockenfutter ist hoechstens eine kleine Ergaenzung.

Welches Gemuese ist für den Anfang am besten geeignet? Gut vertraegliche Einstiegssorten sind Blattsalate wie Romana, Kraeuter wie Petersilie und Dill sowie Fenchel und Staudensellerie. Fuehre jede neue Sorte einzeln und in kleinen Mengen ein.

Was mache ich, wenn mein Kaninchen ploetzlich nicht mehr frisst? Eine Fressverweigerung ist bei Kaninchen ein ernster Notfall, weil die Verdauung schnell zum Stillstand kommen kann. Wenn dein Tier nichts frisst, keinen Kot absetzt oder apathisch wirkt, solltest du möglichst rasch eine Tierarztpraxis kontaktieren.

Sind Salat und Kohl gefaehrlich für Kaninchen? Blattsalate sind in der Regel gut vertraeglich, sofern sie frisch und ungespritzt sind. Kohlsorten duerfen gefüttert werden, können aber blaehend wirken, daher gibst du sie nur in kleinen Mengen und gewoehnst deine Tiere langsam daran.